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Mittwoch, der 22. Februar 2012

Fenerbahce-Präsident Aziz Yildirim verteidigt sich!

Am sechsten Tag des Manipulationsprozesses wurde Aziz Yildirim angehört. Der Präsident von Fenerbahce äußerte sich zu den Vorwürfen.

Seit dieser Woche werden im Manipulationsprozess die Angeklagten angehört, die sich gegenüber den Vorwürfen verteidigen. Gestern, am sechsten Tag der Verhandlung, begann Fenerbahce-Präsident Aziz Yildirim mit seiner 470-Seiten umfassenden Verteidigung. Aufgrund von Zeitmangel konnte Yildirim gestern jedoch lediglich etwas mehr als 70 Seiten seiner Verteidigung vortragen. Der gesamte Fenerbahce-Vorstand, Cheftrainer und Manager Aykut Kocaman sowie Torhüter Volkan Demirel waren bei der gestrigen Verhandlung als Zuhörer im Saal. Vor dem Caglayan-Gerichtsgebäude waren den gesamten Tag über Fenerbahce-Fans versammelt, die ihren Präsidenten lautstark unterstützten, so dass phasenweise die Fangesänge sogar im Gerichtssaal während der Verhandlung zu hören war.

 

Auszüge aus der Verteidigung von Aziz Yildirim

 

Aziz Yildirim hat seine Verteidigung mit folgenden Worten begonnen: „Recht und Gerechtigkeit sind lahm, sie bewegen sich langsam, doch früher oder später kommen sie an. Nach acht Monaten sind wir nun vor dem ehrenwerten Gericht. Es ist allgemein bekannt, was seit dem 03. Juli 2011 vorgefallen ist. Während der Ermittlungen wurden die Unschuldsvermutung als auch internationale Rechtsstandards mit Füßen getreten. Unsere Persönlichkeitsrechte, die im Grundgesetz geschützt sind, wurden uns geraubt. Der Fall unterlag der Geheimhaltung, dennoch wurden Informationen und Dokumente systematisch den Medien zugespielt, die nicht einmal meine Anwälte zu Gesicht bekamen. Es wurden in den Medien Fehlinformationen gestreut, nur um mich und die weiteren Angeklagten in den Augen der Bevölkerung schon im vorneherein zu verurteilen. So wurde beispielsweise berichtet, dass es Aufnahmen von Emenike gäbe, wo er Geld von uns bekam und dieses Geld zählen würde. Solche Aufnahmen existierten überhaupt nicht. Die Ermittler und auch der Staatsanwalt, also diejenigen Personen, die Recht und Ordnung hüten sollten, haben selbst gegen Recht verstoßen und Vorwürfe zusammengebastelt. Das haben sie auf solch eine Art und Weise getan, dass man dem Präsidenten von Fenerbahce und seinen Vorstandsmitgliedern vorwirft, dass sie eine kriminelle Organisation gegründet hätten. Ziel dieser kriminellen Organisation, die angeblich von mir geführt würde, sei es gewesen Fenerbahce zum Meister zu machen.“

 

„Es wurde der Vorwurf der bewaffneten kriminellen Organisation konstruiert!“

 

Aziz Yildirim fuhr fort: „Diese konstruierten Vorwürfe gingen anfangs sogar so weit, dass man uns vorwarf, dass wir eine bewaffnete kriminelle Organisation gegründet hätten. Nicht nur das, sie sagten, wir hätten eine bewaffnete Organisation gegründet, die für diverse Verbrechen zuständig gewesen sei. Das taten sie gezielt nur, damit dieser gesamte Fall diesem Sondergericht zugeteilt wird und eben nicht von einem normalen Strafgericht behandelt wird, wie es der Fall sein müsste. Als sie dann bemerkten, dass dieser Vorwurf trotz aller Konstruktionen nicht haltbar ist, wurde die Strategie geändert. Dann warf man uns vor, dass wir eine kriminelle Organisation gegründet hätten, die dazu dient uns unrechtmäßig zu bereichern. All das nur damit dieser Fall vor ein Sondergericht geht, das Sonderbefugnisse hat und uns dementsprechend in unseren Rechten beschneidet.“

 

„Der Sonderstaatsanwalt hat entlastendes Material ignoriert!“

 

Yildirim verdeutlichte, dass es dem Sonderstaatsanwalten nicht darum ging die Wahrheit an das Tageslicht zu bringen und dementsprechend angebliche Beweise nur einseitig gesammelt wurden: „Zu den Aufgaben eines Staatsanwaltes gehört es, dass er belastendes und entlastendes Beweismaterial sammelt. Merkwürdigerweise wurde alles, was entlastend für Fenerbahce sein kann, ignoriert. Merkwürdigerweise ist der Sonderstaatsanwalt auf die Spiele, wo wir Punkte verloren haben, überhaupt nicht eingegangen. Da wurde nicht einmal geprüft, ob etwas sein könnte. Dementsprechend gibt es auch keinerlei Bezug auf diese Spiele in der Anklageschrift. All das lässt mich an der Justiz zweifeln. Ich gehe sogar weiter: Diese auch zum Teil unrechtmäßige Vorgehensweise verleitet mich dazu zu überlegen, wer, warum, wieso das alles in die Wege geleitet hat.“

 

„Fenerbahce wird sich nicht unterkriegen lassen!“

 

Bei seiner weiteren Rede zeigte sich Yildirim kämpferisch: „Diese Ereignisse haben aber auch positive Seiten. Fenerbahce, seine Fans, der Verein, alle halten sie zusammen und zeigen, welch ein großer Verein man ist. Und noch etwas hat sich gezeigt, Fenerbahce wird trotz der einseitigen Berichterstattung, trotz des zum Teil unrechtmäßigen Vorgehens der Justiz nicht aufgeben. Im Gegenteil, Fenerbahce wird all dem trotzen.“

 

„Recht soll gesprochen werden, selbst wenn die Erde darüber zu Grunde geht!“

 

Trotz dieser Ungerechtigkeiten möchte Yildirim dem Gericht den notwendigen Respekt erweisen: „Aziz Yildirim ist nur ein Blatt dieses über 100 Jahre alten mächtigen Baumes. Was mit diesem einen Blatt passieren wird, ist nicht so wichtig. Deshalb möchte ich ihnen versichern, dass ich, wie auch die Fenerbahce-Präsidenten von mir, den unabhängigen Gerichten des türkischen Staates den nötigen Respekt und das nötige Vertrauen erweisen werde. Selbst wenn die Entscheidungen mir gegenüber ungerecht sein sollten, so wie meine Inhaftierung ungerecht ist und mir seit bislang acht Monaten meine Freiheit geraubt wurde. Ich glaube an die Gerechtigkeit. Recht soll gesprochen werden, selbst wenn die Erde darüber zu Grunde geht.“

 

Nach diesen Worten schilderte Aziz Yildirim die über 100-jährige Geschichte von Fenerbahce. Er schilderte, wie viel ihm die Geschichte und der Verein bedeuten und dass diese Werte ihm wichtiger seien als sein Leben selbst. Deshalb habe er zu keinem Zeitpunkt etwas getan, was dem Verein schaden könne und diese Werte untergraben hätte. Daraufhin zitierte Aziz Yildirim den Eintrag vom Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk im Vereinsbuch im Jahre 1918 und erklärte, wie sehr man als Verein den Werten Atatürks verbunden sei. Diese Verbundenheit habe eine historische Tradition und dies werde niemand ändern können.

 

„Dieser Prozess hat einen politischen Ursprung!“

 

Aziz Yildirim teilte seine Überzeugung mit, dass dieser Prozess in Wirklichkeit politischer Natur sei: „In Anbetracht der Ereignisse, vor allem der fadenscheinigen Begründung, weshalb man damals überhaupt angefangen habe gegen uns zu ermitteln, bringen mich zu der Überzeugung, dass es hier nicht um eine Säuberung im Fußball geht, sondern viel mehr darum uns von den Werten unseres Gründungsvaters Atatürk zu entfernen. Die Haltung unseres Vereines, die Verbundenheit zur türkischen Republik und die Bindung zu Atatürk ist eindeutig und diese Haltung währt seit vielen Jahrzehnten. Diese Werte werden sie nicht mit diesen haltlosen Vorwürfen beschmutzen können. Sie werden Fenerbahce nicht von diesen Werten trennen können. Ich glaube vom ganzen Herzen daran, dass wir am Ende des Prozesses von diesen haltlosen Vorwürfen befreit sein werden. So wie das Licht des Tages auf die Dunkelheit der Nacht folgt.“

 

Yildirims Taten für Fenerbahce

 

In seiner weiteren Verteidigungsrede berichtete Aziz Yildirim, was er alles für den Verein getan habe. Ein großer Teil seines Lebens habe er damit verbracht Fenerbahce zu dienen. Er habe den Verein wirtschaftlich auf ein hohes Niveau gebracht, viele moderne Anlagen, darunter ein hochmodernes neues Stadion gebaut, bestehende Anlagen modernisiert, Grundstücke erworben, die heute dem Verein gehören und ach die anderen Sportbranchen auf Vordermann gebracht. In schwierigen Zeiten habe er insgesamt mehr als 30 Millionen US-Dollar in den Verein gesteckt. Dieses Geld habe er auch nie wieder zurückgefordert, sondern dem Verein gespendet. Selbst für die Kredite bei den Banken, die etwa 70 Millionen US-Dollar betragen, habe er persönlich gebürgt. Der Vorwurf, dass Yildirim eine kriminelle Organisation gegründet habe um sich durch Fenerbahce zu bereichern sei in Anbetracht dieser Tatsachen, die er allesamt belegen könne, wahnwitzig. Er empfinde es als Frechheit seitens des Staatsanwaltes als „Mafiosi“ dargestellt zu werden.

 

Das Spiel Galatarasay  gegen Sturm Graz als Beispiel

 

Aziz Yildirim hat während seiner Verteidigung ein Spiel von Galatasaray gegen Sturm Graz zeigen lassen, bei dem sich die Spieler in den letzten Minuten in Ruhe den Ball zuschieben konnten und dabei nicht von den Gegenspielern angegriffen wurden. Anhand dieses Spieles wollte der Präsident von Fenerbahce, wie er sagte, zeigen, wie vorherige Absprachen aussähen und verdeutlichen, dass eine Spielmanipulation grundsätzlich auf dem Rasen mit den Spielern realisiert würde. Für eine Manipulation brauche man Spieler und/oder einen Schiedsrichter, die man manipuliere. Fenerbahce werde Manipulation vorgeworfen in 13 Spielen, doch könne die Staatsanwaltschaft nicht einmal sagen, mit welchen Spielern diese Manipulation erfolgt sei, so Yildirim. Die handvoll Spieler, die verdächtigt werden, hätten in den Spielen gar nicht mitgewirkt oder seien erst kurz vor Schluss eingewechselt worden.

 

„Sie bräuchten mich nicht bestrafen – Ich hätte mich mit dem Tod bestraft!“

 

Bei seiner Verteidigung war Aziz Yildirim die meiste Zeit über ruhig und souverän. Es gab aber auch emotionale Passagen in seiner Verteidigung. So sagte er dem Richter Mehmet Ekinci, dass er keine Strafe vom Gericht fürchten würde, wenn er manipuliert hätte: „Sehr geehrter Herr Richter, wenn ich auch nur irgendetwas getan hätte, was diesem Verein schadet. Wenn ich auch nur einen Cent des Vereines wissentlich verschwendet hätte oder diesen Verein wissentlich beschmutzt hätte, bräuchten sie mich nicht zu bestrafen. Ich hätte mich längst mit dem Tod bestraft.“

 

Aziz Yildirim reicht Dokumente ein und nimmt Stellung

 

Bei seiner gestrigen Verteidigung hat Aziz Yildirim zu Teilen der Vorwürfe seitens der Staatsanwaltschaft Stellung genommen. Darunter die Vorwürfe, dass er Manisaspor gegen Trabzonspor eine Motivationsprämie gezahlt habe und diese Zahlung über Kenan Yarali, dem Manisaspor-Präsidenten erfolgt sei. Yildirim konnte belegen, dass es ein Privatkredit war, weil Yarali als Geschäftsmann temporär finanzielle Schwierigkeiten gehabt habe und dieser Privatkredit auch zurückgezahlt wurde. Das belegte er mit den Kontoauszügen. Dazu bezog sich Yildirim auch auf die mitgeschnittenen Telefongespräche zwischen ihm und Mahmut Özgener, bei dem er dem damaligen TFF-Präsidenten im Gespräch davon erzählt, wie er Yarali dieses Geld wegen finanzieller Engpässe geliehen habe.

 

Vorwurf: Codierte Manipulationsabsprachen

 

Ein anderer Vorwurf war, dass Yildirim dem Vorstandsmitglied Ilhan Eksioglu mit Geheimcodes über die beauftragte Manipulation gesprochen habe. Der Staatsanwalt interpretierte Gespräche über eine „Baustelle“ und die Erwähnung von „Bauarbeitern“ als Geheimsprache, wonach die Baustelle als Manipulation zu verstehen sei und die Bauarbeiter die manipulierten Spieler seien. Yildirim konnte auch hier anhand der offiziellen Bilanzen, der Buchungen und auch der Dokumente, die zu exakt dem damaligen Zeitpunkt die Beauftragung einer Baufirma belegen, aufzeigen, dass es sich hier nicht um Gespräche wegen einer Manipulation handelte, denn zu dem gleichen Zeitpunkt der mitgeschnittenen Gespräche wurde nämlich das Angebot einer Baufirma eingeholt, damit das Dach eines Vereinsgebäudes repariert werden konnte. Dieser Auftrag wurde letztendlich jedoch nicht ausgeführt, weil man sich nicht über den Preis dafür einigen konnte.

 

Vorwurf: TFF-Gelder würden für Manipulation benutzt

 

In einer anderen Angelegenheit warf der Staatsanwalt vor, dass Fenerbahce mit TV-Geldern und Prämienzahlungen von der TFF manipuliert habe. Aziz Yildirim konnte mit den Vereinsbüchern, den Bilanzen, Buchungen und einzelnen Belegen aufzeigen, wofür die Gelder verwendet wurden. Für jede Zahlung, für jede Verwendung dieser Gelder gibt es die dazugehörigen Belege, die Yildirim dem Gericht übergeben hat.

 

Aufzählen der Widersprüche und Irrtümer des Staatsanwaltes

 

Bei der gestrigen Verhandlung sprach Yildirim auch die Irrtümer des Staatsanwaltes an. Diese Irrtümer seien nicht so einfach hinzunehmen, da sie das Abbild der schlechten Absicht seien, so Yildirim. So interpretierte der Staatsanwalt das in einem Gespräch erwähnte „Bilyoner“ als den Wettanbieter und unterstellte Yildirim und dem Vorstand, dass man Wettmanipulation betrieben habe. Hierbei handelte es sich jedoch um den Nachtclub Bilyoner, wo die Meisterschaftsfeier stattgefunden hat, wie auch bekannt ist. In einer anderen Angelegenheit erwähnte Aziz Yildirim in einem mitgeschnittenen Telefonat „Fiba“. Dies fasste der Staatsanwalt so auf, dass es sich um den europäischen Basketballverband Fiba gehandelt habe. Dementsprechend schloss er daraus auch auf Manipulation im Basketball. Yildirim belegte, dass es sich bei den Gesprächen um die Bank Fiba handelte. Yildirim zeigte bei diesen Beispielen auf, dass seitens des Staatsanwaltes nicht ausreichend recherchiert und stattdessen ein Vorwurf konstruiert wurde.

 

Irrtum beim Kasimpasa-Spiel

 

Fenerbahce wird in der Anklageschrift vorgeworfen, dass sie im Spiel gegen Kasimpasa manipuliert hätten. Laut Anklageschrift soll der Kasimpasa-Torwart Murat Sahin gekauft worden sein und elf Tage nach dem Spiel soll Murat Sahin angeblich das Geld für die Manipulation bekommen haben. Yildirim zeigte auf, dass bei dem Spiel von Fenerbahce gegen Kasimpasa Murat Sahin gar nicht im Tor stand, sondern ein anderer Torhüter, nämlich Firat Kocaoglu.

 

Fortsetzung des Prozesses am Donnerstag

 

Der Prozess wird morgen fortgesetzt werden. Aziz Yildirim wird sich zu den weiteren Vorwürfen äußern. Insbesondere die Verteidigung zu den verbliebenen zehn Spielen, bei den der Staatsanwalt dem Verein Manipulation oder zumindest versuchte Manipulation vorwarf, wird in der gesamten Türkei mit Spannung erwartet.

 

Deniz Iskender

 

Gazetefutbol.de

Gazetefutbol Redaktion
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